10 Jahre Quartiersmanagement Boulevard Kastanienallee
Am 1. April 2016 startete das QM-Verfahren am Boulevard Kastanienallee im Rahmen des Programms Sozialer Zusammenhalt (bis 2020 Soziale Stadt). Zu diesem Zweck hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen die BSG (Brandenburgische Stadterneuerungsgesellschaft mbH) als geeigneten Träger ausgewählt. In den zehn Jahren ist viel geschehen, deshalb kann hier nur eine Auswahl wiedergegeben werden.
Die Auftaktveranstaltung für das neue Quartiersmanagement Boulevard Kastanienallee fand am 20. Juli 2016 im Jugendklub „U5“ statt. In einem Aktionsplan wurden die Aufgaben des Quartiersmanagements und seiner Partner festgeschrieben, an denen bis Mitte 2017 gearbeitet wurde. Er war zugleich die Grundlage des Integrierten Handlungs- und Entwicklungskonzepts 2017-2019 (IHEK) für die Arbeit des QM in den folgenden drei Jahren. Und um immer gut über die Ereignisse im Kiez informiert zu sein, erschien im April 2017 das erste „KastanienBlatt“.
Schon zum Auftakt wurde immer wieder betont, wie wichtig das ehrenamtliche Engagement der Bewohner:innen und Akteure im Kiez ist, um etwas zu verändern und dauerhafte Strukturen zu schaffen. Das Erzählcafé, 2017 ins Leben gerufen, wurde anfangs noch finanziell vom Aktionsfonds unterstützt und läuft jetzt ehrenamtlich weiter. Das interkulturelle Kochen, in den vergangenen vier Jahren über das Projekt „Lebendige Nachbarschaft am Boulevard“ gefördert, geht nun größtenteils ehrenamtlich weiter mit Unterstützung des Aktionsfonds.
Nicht zu vergessen auch die vielen Stunden, die Bewohnerinnen und Bewohner beispielsweise zur Verschönerung des Kiezes, des Ausbaus des Gemeinschaftspavillons „Zur Spinne“ oder zur Unterstützung ukrainischer Geflüchteter geleistet haben. Regelmäßig waren sie unterwegs, um im Frühjahr oder Herbst den Müll zu beseitigen oder Blumen zu pflanzen. Und vor allem die vielen tollen Ideen, die mithilfe des Aktionsfonds und über den Projektfonds umgesetzt wurden. Die Aufzählung wäre lang, deshalb nur einige Beispiele: Das erste geförderte Projekt aus dem Aktionsfonds waren die Tütenspender auf dem Boulevard für Hundekot, das zweite ein Kindertrödelmarkt. Die Tütenspender hängen noch und die Trödelmärkte sind inzwischen zu einer guten Tradition geworden.
Nicht weniger beliebt die alljährlichen Adventsveranstaltungen sowie die Sommer- und Kinderfeste, die anfangs ebenfalls über den Aktionsfonds finanziert und später in verschiedene Projekte eingebunden wurden. Unterstützung erhielten auch die Cricket-Anlage auf der Brache, die mobile Fahrradwerkstatt und die Bücherstube. Zudem entstanden mehrere Kalender und die Kiez-Magnete über den Aktionsfonds.
Für die älteren Bewohner:innen wird seit drei Jahren eine Weihnachtsfeier ausgerichtet, die sich steigender Beliebtheit erfreut, und es gibt sonntags einen Spielenachmittag im „LaLoka“. Auch die Schulen, Kitas und anderen Einrichtungen im Quartier haben Sachmittel über den Aktionsfonds erhalten. Mit der Gemeinschaftsunterkunft Maxie-Wander-Straße gab es eine intensive Zusammenarbeit, um den interkulturellen Austausch zu fördern. Hinzu kam 2017 das vier Jahre laufende Programm „BENN – Berlin entwickelt neue Nachbarschaften“ mit dem Ziel, den nachbarschaftlichen Zusammenhalt zwischen Alteingesessenen und der zugezogenen Bewohnerschaft aus der Gemeinschaftsunterkunft zu stärken.
Wer mehr über die Förderung von Ideen erfahren möchte, klickt auf der Startseite Projekte an. Dort finden sich auch die aus dem Projektfonds geförderten, länger laufenden Projekte wie der „Kinder-Familien-Bildungstag“, die „Kiezbroschüre“, „KaR – Kommunikation auf Rädern“, der „Erlebnispfad CASTANEA“, das „Mitmach-Café im Kastaniennest“, „Move it – Bewegung im Quartier“, „Interkulturelle Begegnungen“, der „Boulevard der Klänge“, „Die Müllpiraten – für eine saubere Umwelt am Boulevard“, „Durchblick – Beschilderung im Quartier“, der „Begegnungstreff LaLoka“, der „Nachbarschaftstreff Puppentheater“ und „Spinnennetz – wir am Boulevard“. „Move it“ wird vielen noch in Erinnerung sein mit dem Balkonsport während der Coronazeit und mit dem „KaR“-Projekt können das „Café auf Rädern“ und die „Kastaniette“ verbunden werden.
Der mp43-projektraum für das periphere und die station urbaner kulturen/nGbK Hellersdorf haben Kreativprojekte umgesetzt wie „Boulevard ist Trumpf – ein Skatblatt für das Quartier“, „Playground“ sowie „Die Pampa lebt“, „Das Klassenzimmer der Zukunft“. Derzeit läuft von der nGbK das neue Projekt „Zusammenkommen – Kunst und Teilhabe im Quartier“.
Zunehmend wichtiger werden in der Quartiersarbeit die Themen Klimaschutz und Klimaanpassung. Das QM Boulevard Kastanienallee setzte mit zwei benachbarten QMs das Projekt „HEISSES HELLERSDORF“ um.
Bereits im April 2017 startete das Beteiligungsprojekt zur Neu- und Umgestaltung des Boulevards Kastanienallee, gefördert aus dem Baufonds. Von den Bewohner:innen kamen jede Menge innovativer Vorschläge, um den Boulevard zu einem Ort der Begegnung zu machen. 2020 begannen die Bauarbeiten und endeten im Herbst 2021 mit der Aufwertung des Zentralen Platzes.
Die Umsetzung der Aktionen und Projekte war nur möglich durch die engagierte Arbeit der Bewohner:innen und Aktiven in der Aktionsfondsjury und im Quartiersrat. Insbesondere die Quartiersratsmitglieder bestimmen nicht nur darüber, welche Projekte gefördert werden, sondern legen auch Ziele und Strategien fest, nach denen der Kiez sich entwickeln soll. Nachdem im November 2016 der erste Quartiersrat gewählt wurde, trafen sich die Bewohner:innen und Vertreter:innen aus Einrichtungen, Vereinen, der Verwaltung und Politik im Januar 2017 und September 2028 zu zwei Gebietskonferenzen, auf denen Ideen gesammelt und eine erste Bilanz nach zwei Jahren Quartiersarbeit gezogen wurde.
- Die Aktionsfondsjury.
- Der Quartiersrat 2023-2025.
Die Bilanz nach zehn Jahren Quartiersmanagement? Das sind nicht nur die Erinnerungen an gemeinsame Feste und Erlebnisse, die neuen Kontakte in der Nachbarschaft, der zum Treffpunkt für Jung und Alt umgestaltete Boulevard, das Puppentheater, die Bücherstube und der Gemeinschaftspavillon. Das ist auch die Zufriedenheit auf das Erreichte und die Erwartung auf das, was noch kommt und zukünftig im Sinne der Verstetigung bleibt.
Fotos: R. Friedrich, Quartiersmanagement













