Stockenten brüten wieder auf Balkonen
Mit den ersten Stockentenbruten der Saison beginnt für die NABU-Wildvogelstation die arbeitsintensivste Zeit des Jahres. In den kommenden Wochen werden wieder zahlreiche Enten auf Balkonen, Dachterrassen und in Innenhöfen brüten – mit teils fatalen Folgen für die Küken.
Was zunächst possierlich erscheint, wird schnell zur Gefahr: Auf Balkonen geschlüpfte Küken können oft nicht eigenständig das nächste Gewässer erreichen. Wenn sie ihren Brutplatz in luftiger Höhe verlassen, enden Abstürze oder der Weg durch den Straßenverkehr häufig tödlich. „Viele Menschen freuen sich zunächst über die Ente auf dem Balkon – bis klar wird, dass die Küken dort in einer ökologischen Falle gefangen sind“, sagt Marc Engler, Leiter der NABU-Wildvogelstation. „Ohne Hilfe haben diese Familien in der Stadt oft keine Überlebenschance.“
Die Umsetzung der Entenfamilie an ein Gewässer ist dann meist die einzige Lösung. Seit über 20 Jahren rettet die NABU-Wildvogelstation jährlich Hunderten Entenküken das Leben und unterstützt betroffene Berliner:innen mit Beratung und Einsätzen vor Ort. Verwaiste Küken lässt das Team von fremden Entenmüttern adoptieren.
Allein 2025 setzten die NABU-Mitarbeiter:innen 117 Bruten mit 682 Küken um. Zusätzlich konnten sie 143 verwaiste Küken in andere Entenfamilien integrieren. Sehr viel Zeit nimmt auch die intensive telefonische Beratung und die Begleitung von Bürger:innen in Anspruch.
Die gesammelten Daten der letzten Jahre zeigen: Balkonbruten sind ein komplexes und in Berlin weit verbreitetes Problem. Der Mangel an natürlichen Brutplätzen und die Anpassungsfähigkeit urbaner Stockenten sind wahrscheinlich die Ursachen dieses Verhaltens. „Umso wichtiger ist es, unsere Uferbereiche naturnäher mit schützender Vegetation zu gestalten, menschliche Störungen zu reduzieren und den Enten damit geeignetere natürliche Brutplätze zu bieten“, betont Engler.
Weitere Infos zu diesem Thema finden Sie hier.
Quelle: NABU Berlin
Fotos
Teaser: Brütende Ente/NABU Erfurt
Bild: Stockentenkücken/© Engler




