Informationsveranstaltung zum Schulneubau am Auerbacher Ring
Lange wurde über den Schulneubau Auerbacher Ring/Maxie-Wander-Straße spekuliert und diskutiert. Am 20. Januar 2026 lud Schulstadtrat Stefan Bley ein zu einer Informationsveranstaltung, um die Pläne zu präsentieren und Anwohnenden die Möglichkeit zu geben, Fragen zum Projekt zu stellen.
Auf dem ehemaligen Schulstandort soll eine Integrierte Sekundarschule mit über 600 neuen Schulplätzen entstehen, die zusammen mit einem Modularen Ergänzungsbau als Gemeinschaftsschule genutzt wird. Das Projekt entsteht im Rahmen der Berliner Schulbauoffensive für rund 70 Mio. Euro in Holz-Compartment-Bauweise, unter Federführung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen. Der Schulbetrieb soll nach derzeitiger Planung mit dem Beginn des Schuljahres 2028/29 erfolgen. Die Außenanlagen werden später fertigstellt.

Die Architektin Prof. Nicole Berganski stellt Pläne vor, wie die Fassade der neuen Schule aussehen könnte.
Bei der Holz-Compartment-Bauweise werden mit vorgefertigten Holzmodulen flexible, nachhaltige und schnell errichtete Schulgebäude geschaffen. Sie sind unterteilt in „Compartments“, das bedeutet Lernlandschaften, mit offenen Lernbereichen und Gruppenräumen, die sich gut an wechselnde Bedürfnisse anpassen lassen. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff mit einer positiven CO2-Bilanz und guten Dämmwerten. Hinzu kommt, dass durch die Vorfertigung die Schulgebäude innerhalb weniger Monate fertiggestellt werden können.
Schulstadtrat Stefan Bley informierte über den Ablauf der Bauzeit. Im Frühjahr finden Rodungen statt, nachdem zuvor der Boden auf Kampfmittel untersucht wurde, bevor im Sommer die Bauvorbereitungen beginnen. Das ist notwendig, weil im Boden diverse Leitungen verlaufen, die umgelegt oder entfernt werden müssen. Baustart soll dann Ende des Jahres sein. Bis Fertigstellung des Schulgebäudes sind 13 Monate vorgesehen.
Anschließend stellte Architektin Prof. Nicole Berganski von NKBAK Architekten mit dem Landschaftsarchitekten Gordian Laukart die Planungen vor. Die Errichtung des Schulgebäudes erfolgt nach dem Baukastenprinzip, lässt aber trotzdem Spielraum bei der Innen- und Außengestaltung, beispielsweise mit Farben. Außer dem viergeschossigen Hauptgebäude wird eine Turnhalle und ein Kleinsportfeld sowie ein Projektcontainer gebaut und ein Schulgarten angelegt. Zudem wird es einen „Chillhain“ geben. Das Schulhaus wird großzügig verglast, um die „Außenwelt“ in die Klassen kommen zu lassen. Auch die Türen der Gruppenräume haben große Scheiben, das macht die Räume transparenter. Breite Flure lassen Platz für individuelle Nutzung. Es gibt einen Mehrzweckraum sowie eine Mensa mit Küche. Auch in der Sporthalle finden sich ein vielfältig nutzbarer Raum und Nebengelasse sowie eine Galerie für Zuschauende.

Durch die Baustelle führt quer eine LKW-Zufahrt, oben vom Auerbacher Ring hinunter zur Maxie-Wander-Straße.
Für die Bauarbeiten werden drei Kräne aufgestellt und längs durch das Areal verläuft eine sechs Meter breite Baustraße. Da die Module per LKW ankommen, wird es während der rund vier Monate dauernden Montage ein verstärktes Verkehrsaufkommen geben. Das betrifft die Carola-Neher-Straße, die Maxie-Wander-Straße, die Klingenthaler Straße und den Auerbacher Ring. Auch Parkplätze fallen weg.
Die Nachfragen aus dem Publikum betrafen unter anderem die geplanten Baumfällungen und die Nutzung der Turnhalle. Das Thema Bäume hatte eine Bewohner:innen-Initiative aus dem Quartier immer wieder angesprochen und deren Erhalt gefordert. Stehen bleiben werden acht Bäume, die anderen müssen den Baugruben und den zu legenden Leitungen weichen. Als Kompensation zu den Baumfällungen werden 52 Bäume neu gepflanzt und in der Umgebung nach geeigneten Nistplätzen gesucht. Entlang des Auerbacher Rings werden Heckenpflanzungen mit Hochstämmen angelegt, entlang der U-Bahnstrecke dienen sogenannte Benjeshecken aus Totholz verschiedenen Tieren als Schutz und Nahrung.
Siegfried Nord, einer der Aktiven aus der Bewohner:innen-Initiative, wollte wissen, warum nicht geprüft wurde, ob es alternative Flächen gäbe, um die Bäume zu erhalten, besonders im Hinblick auf die Klimaerwärmung und die zu erwartenden heißen Sommer. „Wie lange brauchen denn die neu gepflanzten Bäume, ehe sie groß sind? 30 Jahre?“, fragte er in die Runde. Schulstadtrat Stefan Bley verwies darauf, man habe sich bei der Erarbeitung der Pläne mit verschiedenen Behörden abgestimmt und diese Fläche hätte sich als am besten geeignet erwiesen.

Rechts das Schulgebäude, links davon die alte Sporthalle, darüber die neue Schulturnhalle mit dem Kleinsportfeld und oben rechts der “Chillhain”. zur Erholung der Schüler:innen.
Die bereits bestehende Turnhalle bleibt dem Vereinssport vorbehalten, es kam aber die Frage, ob sich die neue Schulturnhalle auch für das Quartier öffnet, ebenso wie der Schulgarten, was sich die Initiative wünschte. Für Vereine wäre der Zugang zur Halle möglich, alles andere müsse vom Bezirksamt geklärt werden, so die Planer.
Gewünscht hätten sich die Anwesenden auch mehr Transparenz im Vorfeld. Der Stadtrat verwies auf den monatlich öffentlich tagenden Schulausschuss der BVV, in dem auch Schulbauprojekte behandelt werden. Die nächste Sitzung ist am 12. Februar 2026 (18 Uhr) im Gymnasium Kaulsdorf.
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