Ausstellung „Sorgende Stadt. Teil 2“ im „Klassenzimmer der Zukunft“
Das Pilotprojekt „Zwischenräume. Belebung von Campus und Stadtteil“ der Alice Salomon Hochschule Berlin (ASH) lädt ein zur Ausstellungseröffnung „Sorgende Stadt. Teil 2“ am 15. April 2026, von 17 bis 19 Uhr, auf dem Alice-Salomon-Platz 5. Die Ausstellung läuft bis zum 27. Juni 2026, der Eintritt ist frei.Zu sehen sind Beiträge über „L‘Après M“ (Marseille) von Salma Alaabed, Jérôme Mard & Laura Wagner, Benoît Guillaume & Julien Brygo; „Lieferando Workers Collective“ und „Migrant Worker & Student Canteen“ (Berlin); von den Anwohner:innen-Initiativen „Bowlingbahn fr5 muss bleiben!“, „Bürgerbeirat Zukunft Tal-Center“, „Helene-Weigel-Platz“, „Marzahn-Ost“, „Schulneubau Auerbacher Ring“ (Berlin) mit dem ASH-Seminar „Soziale Arbeit als urbane Praxis“ und ASH-Medienwerkstatt. Kuratiert wurde die Ausstellung von Eva Hertzsch, Adam Page und Andrea Plöger.
2025 bearbeitete der erste Teil der Ausstellung „Sorgende Stadt“ die Frage, wie der große Leerstand im Einkaufszentrum Marktplatz Center am Alice-Salomon-Platz als ein kommunal organisiertes Bildungs- und Sorgezentrum umgenutzt werden könnte. Die Ausstellung gab Anstöße für ein Umdenken, weg von klimaschädlichen oder profitorientierten Raumnutzungen, hin zu einer gemeinwohlorientierten Stadtentwicklung.
Nun schaut der zweite Teil der Ausstellung auf das Engagement von acht Arbeiter:innen- und Anwohner:innen-Initiativen in Marseille und Berlin, die sich intensiv um ihre Stadt kümmern. Die Initiativen setzen sich für ein Umdenken zugunsten einer gerechten Stadt ein, welches durch Druck von der Straße als auch durch Selbstermächtigung und Aneignung erfolgen soll. Ihr Engagement ist konstruktiv und kooperativ angelegt. Dazu gehört ihre Zusammenarbeit mit Betriebsräten, Hochschulen, Kunstschaffenden, Politiker:innen, Rechtsberater:innen und Verwaltungsvertreter:innen.
In diesem Sinn handelt ein Bündnis von sechs Interessensinitiativen von Anwohnenden in der Großwohnsiedlungen Marzahn und Hellersdorf: „Bowlingbahn fr5 muss bleiben!“, „Bürgerbeirat Zukunft Tal-Center“, „Helene-Weigel-Platz“, „Marzahn-Ost“, „Schulneubau Auerbacher Ring“ und „Schulneubau Bruno-Baum-Straße“. Aktuell sind in ihren Quartieren große Bauprojekte im Rahmen des neuen Bundesgesetzes § 246e Wohnungsbau-Turbo oder der Berliner Schulbauoffensive im Gange. Die Anwohner:innen plädieren dafür, dass die Bauprojekte sensibel und kommunikativ mit den vorhandenen Situationen in den Quartieren umgehen. Der Wunsch der Initiativen, ein neues Bürger:innen-Politik-Verwaltung-Verhältnis konstruktiv zu begleiten, soll soziale Gerechtigkeit, Beteiligung auf Augenhöhe und Transparenz herstellen und Klimaschutz vorantreiben. In der Ausstellung ist eine Videoaufnahme einer Pressekonferenz der Anwohner:innen-Initiativen zu sehen. Als Teil des Begleitprogramms von „Sorgende Stadt“ wird das ASH-Seminar „Soziale Arbeit als urbane Praxis“ und dessen Partner „Kiosk of Solidarity“ die Arbeit der Anwohner:innen-Initiativen öffentlich diskutieren.
Die Initiative „L‘Après M“ in der Großwohnsiedlung Marseille-Quartiers Nord ist in der Ausstellung mit einem Interview und einer Comic-Erzählung vertreten. „L‘Après M“ ist ein Fast-Food-Restaurant und Gemeinschaftszentrum in einer ehemaligen McDonald’s-Filiale. Die einstige Belegschaft machte daraus ein soziales Gesamtkunstwerk, unterstützt von der Stadt Marseille.
„Migrant Worker & Student Canteen“ und „Lieferando Workers Collective Berlin“ setzen sich politisch und sozial seit 2021 für die Rechte von migrantischen Studierenden und Beschäftigten ein, die der Ausbeutung auf dem Wohnungsmarkt, in Plattformarbeit und in privaten Universitäten ausgesetzt sind.
Die Veranstaltung „Abschiebung statt Abschluss?“ wird am 29. April um 17 Uhr die dramatisch-prekären Verhältnisse von migrantischen Studierenden an privaten Universitäten in Berlin schildern. Seit zum Beispiel die Berlin International University viele Kurse nur online anbietet, wird Studierenden die Aufenthaltserlaubnis entzogen und sie werden abgeschoben.
Der Pavillon „Klassenzimmer der Zukunft“ ist Teil der station urbaner kulturen/nGbK Hellersdorf. Bis November 2026 stellt die nGbK der Alice Salomon Hochschule (ASH/Campus Transferale) den Pavillon zur Verfügung. Von April 2025 bis November 2026 wird im Pavillon das Ausstellungsprogramm „ZENTRUM zwischen Land und Stadt“ des ASH-Projekts „Zwischenräume“ veranstaltet. Das Projekt „Zwischenräume. Belebung von Campus und Stadtteil“ ist Teil von „Transfer-Hub im Campus-Transferale (CaT)“ an der Alice Salomon Hochschule Berlin von 2023 bis 2027. Die Aufstellung des Pavillons wird vom Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf unterstützt.
Eva Hertzsch und Adam Page/bearb. R. Friedrich
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