Aufruf zur Bewerbung: Kiezprojekte gegen Gewalt
Das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf startet einen Aufruf zur Interessenbekundung für die „Kiezorientierte Gewalt- und Kriminalitätsprävention“ (KOGP) im Jahr 2026. Interessierte Träger:innen können sich ab sofort mit ihren Projekten bewerben. Die Mittel dafür stehen trotz angespannter Haushaltslage in Aussicht, eine finale Höhe ist noch nicht festgeschrieben.
Der bezirkliche Präventionsrat unter dem Vorsitz des Bezirksstadtrates für Jugend, Familie und Gesundheit, Gordon Lemm, hat die Schwerpunkte für 2026 festgelegt. Die Projekte sollen vorrangig in den Bezirksregionen Hellersdorf Nord sowie Marzahn Nord wirken. Das Berliner Monitoring zur Gewaltdelinquenz zeigt hier eine besondere Gewaltbelastung. Die Projekte müssen einem der folgenden drei Leitziele folgen:
- Leitziel 1: Die Kompetenzen der Menschen in Marzahn-Hellersdorf sind durch passgenaue Projekte, insbesondere zu den Themenschwerpunkten (Cyber)Mobbing, Desinformation, Radikalisierung und Gewalt vor allem aufgrund der Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder der Lebensweise gestärkt worden. Sie verfügen über Handlungsoptionen und eine nachhaltige Unterstützung für den Lebensalltag.
- Leitziel 2: Problematische Orte im öffentlichen Raum sowie besonders von Gewaltvorfällen betroffene Nachbarschaften des Bezirks sind identifiziert und es wurden Maßnahmen eingeleitet, so dass diese Orte von den Nutzenden, insbesondere von besonders vulnerablen Personen, als sicher wahrgenommen werden. Dies geschieht aufgrund von regelmäßigen Angeboten in den Bereichen Sport, Musik, Suchtprävention oder Kultur; städtebaulichen Präventionsmaßnahmen oder der (temporären) Schaffung von Begegnungsräumen.
- Leitziel 3: Die Menschen in Marzahn-Hellersdorf wissen, wo sie Hilfe finden, wenn sie geschlechtsspezifische, innerfamiliäre, sexualisierte oder queer-feindliche Gewalt erleben oder jemanden kennen, der diese erlebt hat. Projekte schaffen Strukturen, die präventiv wirken, um diesen spezifischen Gewaltformen zu begegnen.
Für Bezirksstadtrat Gordon Lemm kann Gewalt niemals zur Lösung von Konflikten beitragen. „Das gilt für Erwachsene genauso wie für Kinder und Jugendliche. Im Jahr 2024 blieben die Gewaltzahlen in Marzahn-Hellersdorf über dem Berliner Durchschnitt. Und auch wenn es in einigen Regionen einen leichten Rückgang gab, so stiegen die Zahlen in anderen Regionen. Gewalt ist in unserem Bezirk leider nach wie vor ein präsentes Thema. Mit der „Kiezorientierten Gewalt- und Kriminalitätsprävention“ wollen wir Menschen im Umgang mit Konflikten zu einer konstruktiven und kommunikativen Lösung bringen. Wir wollen die Wiederholung von Gewaltanwendung verhindern und Betroffenen und Angehörigen die Möglichkeit bieten, sich Hilfe zu holen. Fachkräfte sollen von Fortbildungen genauso profitieren wie Kinder und Jugendliche von Workshops oder Sport- und Kulturangeboten. Für diese Ziele wollen wir Projekte gewinnen, die die Zielgruppen erreichen und gemeinsam einen Beitrag leisten, damit die meisten Menschen unseres Bezirks den öffentlichen Raum als einen sicheren Raum wahrnehmen können“.
Die Bewerbungsfrist endet am 18. Dezember 2025. In den Anträgen sind die folgenden Angaben notwendig: Projektbeschreibung, Finanzplan und Projektsteckbrief.
Die Projektbeschreibung sollte Zielgruppe, Durchführungsort, Leitziel, Zeitraum, Zielstellung Prävention, methodische Umsetzung, Verankerung im Bezirk und geplante Öffentlichkeitsarbeit erkennen lassen.
Die maximale Summe eines Projektes beträgt 25.000 Euro und muss Personal- und Sachkosten umfassen. Mit einer Bescheiderteilung rechnet das Bezirksamt erst ab Februar 2026.
Die Beauftragte gegen Gewalt, Mobbing, Diskriminierung in Marzahn-Hellersdorf, Klára Bartel, nimmt die Anträge per E-Mail entgegen. Sie ist auch die Ansprechpartnerin bei Rückfragen.



