Von Hellersdorf nach Windhoek

Carola Rümper vom Kunstraum „mp43“ am Boulevard Kastanienallee wird demnächst wieder ihre Koffer packen. Nein, sie zieht mit ihrem Projekt nicht weg aus Hellersdorf, sie hat ein neues in Windhoek, der Hauptstadt Namibias, dem wirtschaftlichen und politischen Zentrum des Landes.
Von Mitte Januar bis Ende Februar wird sie mit je zehn namibischen und deutschen Künstlerinnen und Künstlern an dem Projekt „stamp alive“ arbeiten und das Ergebnis in der Ausstellung „It‘s raining cats and dogs“ präsentieren, die am 25. Januar eröffnet wird. „Es regnet Katzen und Hunde“, so die deutsche Übersetzung, ist ungefähr das Gleiche wie „Es regnet Strippen“.
Die meisten der Kunstschaffenden arbeiten interdisziplinär. Neben den klassischen Genres Bildhauerei, Zeichnung und Fotografie werden von ihnen Projekte mit Beteiligung der Öffentlichkeit betreut sowie andere im öffentlichen Raum entwickelt. Der rote Faden, der die künstlerischen Arbeiten verbindet, sind die „regnenden Katzen und Hunde“, denn sie verweisen auf das Thema „Natur“. Diese finden sich größtenteils in abstrakter Form in der Ausstellung wieder, als spirituelle Erfahrung oder als Neuinterpretation gesellschaftlicher Zusammenhänge.
Im Vorfeld hat Carola Rümper die Künstlerinnen und Künstler dazu aufgefordert, ihr ein Motiv zum Thema „It‘s raining cats and dogs“ zu senden. Das wird dann von der Deutschen Post als Originalbriefmarke herausgebracht, die jedoch nicht verkauft werden.  Jedes Motiv wird nur zweimal als Briefmarke hergestellt: einmal für die Ausstellung in der National Art Gallery Namibia und einmal für das Archiv von Carola Rümper. So wird die Ausstellung einzigartig. Vorgesehen ist, sie an weiteren Orten zu zeigen.
Darüber hinaus wird es möglich sein, über verschiedene Themen zu diskutieren wie zum Beispiel über Regen, der ja für jeden Menschen eine andere Bedeutung hat oder über Briefmarken, die ja viel über das jeweilige Land aussagen, das diese herausgibt.
Das Projekt von Carola Rümper wird gefördert durch das Institut für Auslandsbeziehungen. Die Künstlerin ist über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt geworden durch die „Rümperiens“, grazile schwarze Wesen mit Tentakeln, von denen es bisher 162.341 Exemplare gibt. Einige wurden im Sommer auf der IGA Berlin rund um den Kienberg entdeckt, vor Kurzem erst hat man welche im dänischen Aarhus gesichtet. Bereits 2013 gab es Meldungen über das Auftreten der „Rümperiens“ in Marzahn-Hellersdorf. An der Suche nach ihnen half ihr auch die einheimische Bevölkerung, denn Carola Rümper erforscht seit Jahren die merkwürdigen Wesen.
RF