Zweiter Hellersdorfer Tanzplatz

Am 18. Juni gab es zum zweiten Mal in diesem Jahr den „Hellersdorfer Tanzplatz“ auf dem Hügel am U-Bahnhof Cottbusser Platz. Sozusagen auf historischem Boden, denn dort ist der Ursprung von Hellersdorf, die erste Ansiedlung, markiert durch Metallsäulen.
Eine Musikgruppe spielte live auf traditionellen Instrumenten – dem diatonischen Akkordeon, der Bombarde, dem Cello und der Gitarre. Das animierte zu einem Reihentanz. Eine Polonaise wurde von bulgarischen Tänzerinnen und Tänzern aufgeführt, wo der Dudelsack den Rhythmus vorgab. Nach einer Stunde schaute noch eine Gruppe vorbei, die auf einer Tour im Rahmen des langen Tages der Stadtnatur war. Nach anfänglichem Staunen wurde dann aber mitgetanzt.
Für das leibliche Wohl sorgte ein kleines Büfett, wieder mit den leckeren Brötchenkreationen von Jihad Issa von der station urbaner kulturen und dem Café auf Rädern mit Barbara Jungnickel.
Überschattet war der fröhliche Tag von der Nachricht, dass der Holzsockel auf dem Place Internationale gleich nebenan in der Nacht von Mittwoch zu Donnerstag angezündet wurde und bis auf die Grundmauern niederbrannte. Die Siegessäule, die immer bei Veranstaltungen dort aufgerichtet wird, stand zwar nicht auf dem angestammten Sockel, sondern auf einem provisorischen Podest, war aber dann trotzdem weithin sichtbar. „Wir machen weiter!“ – so die mehrheitliche Meinung aller vor Ort.
Gleich gegenüber baute Escape Temporaire, ein Kunstlabor für Kollektivaktionen, mit Kindern und Eltern zusammen Laubhütten und lud danach alle zum gemeinsamen Kochen ein.
Der nächste Hellersdorfer Tanzplatz findet am 17. September ab 15 Uhr am Boulevard Kastanienallee vor der alten Kaufhalle statt. RF

Impressionen

Das Café auf Rädern mit Barbara Jungnickel war auch wieder dabei.

Die bulgarische Tanzgruppe brauchte nicht lange zum Reigentanz zu bitten.

Mit Escape Temporaire, einem Kunstlabor für Kollektivaktionen, konnten Kinder und Eltern gemeinsam Laubhütten bauen.

Auch zufällig Vorbeikommende reihten sich in die Tanzrunde ein.

Das ist vom Holzsockel übriggeblieben.

Trotzig ragte er in den Himmel – neben den verkohlten Resten des Holzsockels.