Tretminen ade – jetzt gibt es Beutelspender im Quartier

Gleich gegenüber dem Quartiersbüro hängt ein Beutelspender für „Tretminen“, die Hinterlassenschaften von Hunden. Er gehört zum Projekt „Tütenpaten“, eines der ersten, die vom Aktionsfonds des Quartiersmanagements Boulevard Kastanienallee gefördert werden. Die Tütenpaten, Bewohnerinnen und Bewohner, die sich um zehn Tütenspender und zwei Spender mit Mülleimer kümmern und sie regelmäßig nachfüllen, arbeiten ehrenamtlich.

Der erste von vorerst 12 Tütenspendern rund um den Boulevard.

Der erste von vorerst 12 Tütenspendern rund um den Boulevard.

Initiator André Kiebis vom Verein „Helle Hunde“ e. V. stellte das Projekt am 3. November vor. Mit dabei vom Verein waren Elisa Lange und Julia Reuter, die auch Projektverantwortliche ist. Sie hatte ihre Hunde Mara und Harry mitgebracht, die brauchten zwar keine Tüten, beobachteten aber aufmerksam, was „Frauchen“ da machte. Das war ganz einfach: Beutel  ziehen, Häufchen eintüten und ab damit in den nächsten Mülleimer. Da, wo es keine gibt, werden Beutelspender mit Mülleimer angebracht.

Julia Reuter demonstriert, wie die Tüten nachgefüllt werden.

Julia Reuter demonstriert, wie die Tüten nachgefüllt werden.

Aufmerksamt beobachtet Hund Harry, was Elisa Lange da mit den Tüten macht. Würde es nach ihm gehen, könnten überall solche Spender stehen...

Aufmerksamt beobachtet Hund Harry, was Elisa Lange da mit den Tüten macht. Würde es nach ihm gehen, könnten überall solche Spender stehen…

Während der Vorführung kam ein Hundebesitzer vorbei, der hatte neben der Leine auch gut sichtbar einen Beutel parat. Das haben leider aber die Wenigstens, obwohl es in Berlin eine Kotbeutelpflicht gibt. Nicht nur André Kiebis ärgert sich darüber, auch die anderen Mitglieder des im August gegründeten „Helle Hunde“ e. V. wollten etwas gegen die zunehmende Verschmutzung des Quartiers unternehmen. „Der Bezirk ist sehr hundereich, auch unser Kiez“, sagt André Kiebis, „das zeigt sich besonders in der Verunreinigung des Boulevards.“ So entstand die Idee zu dem Projekt. Der Verein suchte sich Partner wie die Wohnungsgesellschaft Deutsche Wohnen AG, die das Vorhaben unterstützte und das Anbringen der Beutelspender auf ihren Flächengenehmigte. Er konnte mit seinem Konzept, als Tütenpaten Bewohnerinnen und Bewohner zu gewinnen, auch die Jury des Aktionsfonds überzeugen, die das Projekt mit 1.500 Euro förderte. Dafür wurden die Spender und die dazugehörenden Beutel angeschafft. Die Abrechnung erfolgte dann unbürokratisch durch das Quartiersmanagement, wofür der Verein sehr dankbar ist.

Alexander J. Herrmann, Bezirksverordneter der CDU in der BVV Marzahn Hellersdorf und Fördermitglied des Vereins Helle Hunde e.V., Katrin Mäkel, Verwalterin, und Stefanie Greske, Leiterin des Service Points, beide von der Deutsche Wohnen AG, Stephan Mayer, Quartiersmanager (hintere Reihe v.l.n.r.), André Kiebis, Vereinsvorsitzer von Helle Hunde e.V., Julia Reuter vom Vereinsvorstand und Elisa Lange, Vereinsmitglied (vordere Reihe, vl.n.r.) vor dem ersten Beutelspender am Boulevard.

Alexander J. Herrmann, Bezirksverordneter der CDU in der BVV Marzahn Hellersdorf und Fördermitglied des Vereins Helle Hunde e.V., Katrin Mäkel, Verwalterin, und Stefanie Greske, Leiterin des Service Points, beide von der Deutsche Wohnen AG, Stephan Mayer, Quartiersmanager (hintere Reihe v.l.n.r.), André Kiebis, Vereinsvorsitzer von Helle Hunde e.V., Julia Reuter vom Vereinsvorstand und Elisa Lange, Vereinsmitglied (vordere Reihe, v.l.n.r.) vor dem ersten Beutelspender am Boulevard.

Jetzt werden geeignete Paten gesucht. „Als ich abends einen Spender gefüllt habe, kam ein Mann auf mich zu und fragte, ob er auch mitmachen könne, er wohne ja gleich hier gegenüber“, erzählt  André Kiebis. „Ich habe ihm den Schlüssel gegeben, denn das ist es, was wir wollen.“ Es gab ja schon ähnliche Projekte in anderen Stadtteilen, aber die haben nicht funktioniert, weil die Spender zerstört oder die Beutel zerfleddert wurden. Mit den Paten soll sichergestellt werden, dass so etwas hier nicht passiert. Rund 50 Interessierte gibt es bereits. Für den Verein ist es ein Pilotprojekt. Sollte es erfolgreich sein, könnte es auch auf andere Teile des Bezirkes ausgeweitet werden.
RF

Weitere Infos: www.tuetenpaten.de